Heizstrom und Haushaltsstrom unterscheiden
Wofür Heizstrom genutzt wird
Als Heizstrom bezeichnet man Strom, der zur Wärmeerzeugung eingesetzt wird. Typische Anlagen sind Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen. Weil diese Anlagen oft einen erheblichen Teil des Jahresverbrauchs ausmachen, bieten Lieferanten dafür eigene Tarife an, die sich vom normalen Haushaltsstrom unterscheiden können.
Nachtspeicherheizungen laden Wärme meist in festgelegten Zeitfenstern, Wärmepumpen arbeiten bedarfsabhängig. Beide Anlagen können als steuerbare Verbrauchseinrichtung angemeldet sein, was Auswirkungen auf die Netzentgelte hat.
Eigener Zähler oder gemeinsamer Zähler
Separater Heizstromzähler
Läuft die Wärmepumpe über einen eigenen Zähler, kann für diesen Zähler ein eigener Heizstromtarif abgeschlossen werden. Manche Zähler unterscheiden zudem zwischen Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT), also unterschiedlichen Preisen zu bestimmten Tageszeiten. Wie Sie Zählernummer und Zählerstände ablesen, erklärt der Ratgeber Zählernummer finden.
Gemeinsamer Zähler
Wird die Wärmepumpe über den Haushaltszähler versorgt, gilt ein Tarif für den gesamten Verbrauch. Das vereinfacht die Installation, lässt aber keinen getrennten Heizstromtarif zu. Ob ein separater Zähler sinnvoll oder technisch möglich ist, klären Sie mit Ihrem Elektrofachbetrieb und dem Netzbetreiber.

Steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG
Das Grundprinzip
Wärmepumpen, Wallboxen und andere größere Verbraucher können als steuerbare Verbrauchseinrichtung beim Netzbetreiber angemeldet werden. Der Netzbetreiber darf dann die Leistung im Bedarfsfall vorübergehend begrenzen, um das Netz zu entlasten. Eine vollständige Abschaltung ist damit nicht gemeint; eine Mindestleistung bleibt verfügbar.
Im Gegenzug erhalten Sie reduzierte Netzentgelte. Dafür gibt es verschiedene Module, zwischen denen Sie unter Voraussetzungen wählen können, etwa eine pauschale Reduzierung oder eine prozentuale Reduzierung bei separatem Zähler. Welche Module bei Ihnen möglich sind und wie sie sich auswirken, nennt Ihr Netzbetreiber.
Heizstromanbieter wechseln
Wechsel ist auch beim Heizstrom möglich
Heizstrom ist kein Sonderfall, der an den örtlichen Versorger gebunden ist. Sie können den Lieferanten wie beim Haushaltsstrom wechseln. Netz und Zähler bleiben dabei bestehen, und die reduzierten Netzentgelte nach § 14a EnWG hängen vom Netzbetreiber ab, nicht vom Lieferanten.
- Preisgarantie und deren Umfang
- Laufzeit und Kündigungsfrist
- Hoch- und Niedertarif bei Zweitarifzählern
- Ob der Tarif für Wärmepumpe oder Nachtspeicher ausgelegt ist
Heizstrom mit PV und dynamischem Tarif kombinieren
Flexibler Betrieb der Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe kann Solarstrom vom eigenen Dach nutzen; mehr dazu im Ratgeber PV-Eigenverbrauch und Reststrom. Mit einem Wärmespeicher lässt sich der Betrieb außerdem in günstige Stunden verschieben, was bei einem dynamischen Stromtarif interessant sein kann.
Für Betriebe mit Wärmepumpen, Hallenheizungen oder mehreren Heizstromzählern gibt es eine eigene Seite: Heizstrom und Wärmepumpe im Gewerbe.
Weitere Informationen zum Ablauf eines Vergleichs finden Sie auf unserer Seite Energiemakler für Unternehmen.
Passende Branchenseiten: Allgemeinstrom für Hausverwaltungen · Energie für Gastronomie & Hotels.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
